Nun ist des Kohleausstiegsgesetz also verabschiedet. Bis 2038 sollen alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Ein Grund zur Freude? Wohl kaum. Was zunächst nach einem Weg in eine klimaneutrale Zukunft aussieht, erweist sich bei genauerer Betrachtung als problematisch.
Ein Kohleausstieg 2038 kommt viel zu spät.
Um das 1,5°-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 67% zu erreichen, darf die Menschheit insgesamt noch 420 Gt CO2 emittieren. [Quelle: IPCC 2018] Bei derzeitigen Emissionen von 36Gt jährlich (das würde einen Luftballon füllen, der mehr als 3 mal so groß ist wie der Mt. Everest!) ist das Budget bereits in 12 Jahren aufgebraucht.
Ein Kohleausstieg 2030 ist möglich. Erneuerbare Energien wie Windkraft, Photovoltaik oder Wasserkraft existieren längst und lieferten im Jahr 2019 bereits einen Anteil von 42% an der Strom- (nicht Energie!)- produktion in Deutschland (Quelle: umweltbundesamt.de). Auch die Kosten für Erneuerbare Energien sinken immer weiter. Laut einer Studie liegen die Kosten für die Subventionierung fossiler Energien derzeit ca. 50% über der EEG-Umlage für erneuerbare Energien. (Quelle: https://www.neueenergie.net/politik/deutschland/foerderung-fuer-fossile-deutlich-teurer-als-eeg-umlage) Der Ausbau gerade von Windkraft kam allerdings in den letzten Jahren zum Erliegen, Gesetze wie die 10H-Regel liefern hier nicht gerade einen positiven Beitrag. Trotz allem- Ein Umstieg auf Erneuerbare bis 2030 ist möglich und wird seitens der Wissenschaft gefordert und unterstützt. (scientists4future.org )
Doch stattdessen ging in diesem Jahr mit Datteln 4 ein neues Steinkohlekraftwerk ans Netz. Die Steinkohle dafür kommt zu großen Teilen aus Kolumbien, wo der Abbau einhergeht mit der Vertreibung indigener Völker, Gesundheitsschäden sowie dem Absinken des Grundwasserspiegels, was die in der Region häufig auftretenden Dürren und Hungersnöte nur noch verschlimmert.
Als Entschädigung für den Kohleausstieg fließen insgesamt 40 Milliarden Euro an die betroffenen Regionen und die Kohleindustrie. Geld, dass eine rückschrittliche, nicht zukunftsfähige Industrie nur zusätzlich subventioniert. RWE kündigte kurz nach Beschluss des Kohleausstiegsgesetzes an, bereits 2024 weitere Dörfer am Tagebau Garzweiler abzureißen. Trotz jahrelanger Proteste der Einwohner, u. a. durch das Bündnis „alle Dörfer bleiben“, werden sie nun enteignet und ihre Heimat dem Erdboden gleichgemacht. Der Hambacher Forst bleibt zwar erhalten, wird aber under dem Deckmantel der „Schaffung von Fluchtwegen“ geräumt und breite Schneißen geschlagen. Unsere Solidarität und Dankbarkeit gilt den Aktivist*innen, die jahrelang den Wald besetzt und vor der kompletten Zerstörung bewahrt haben.
Lasst uns aufstehen für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen. Lasst uns weiter für eine Energiewende demonstrieren, jeder auf seine Art und Weise. Seien wir solidarisch, lieben wir unsere Nächsten und leben wir Klimaschutz vor!
Brücke des Glaubens
Am 12.6. fand die "Brücke des Glaubens" als Onlineveranstaltung statt. Christen, Juden, Muslime, Buddhisten und Hinduisten beteten gemeinsam für mehr Klimaschutz. Es wurden eindrücklich die Gemeinsamkeiten aller Religionen klar. Ob im Sonnengesang von Franz von Assisi, einem jüdischen Gebet für eine gute Ernte, in einem Interview mit Menschen muslimischen Glaubens, einer buddhistischen Meditation oder dem Impuls eines Hinduisten, über die Produktion des eigenen Essens nachzudenken- in allen Religionen spielt die Bewahrung unserer Erde eine große Rolle. Um den Klimawandel zu stoppen, müssen Menschen aller Weltanschauungen gemeinsam handeln.
Die Veranstaltung ist sehr sehenswert, die Aufzeichnung findet sich unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=xNg4BO_w1us&feature=youtu.be .
Weitere Infos unter https://bruecke-des-glaubens.de/
Die Brücke des Glaubens wurde organisiert von den Christians for Future sowie Extinction Rebellion
Black lives matter
Wir sind entsetzt über den grausamen Tod von George Floyd. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und allen Menschen, die noch immer von Rassismus und Polizeigewalt betroffen sind. George Floyds Tod war kein Einzelfall.
Im vergangenen Jahr wurden in den USA laut Washington Post insgesamt 1.099 Menschen durch Polizisten getötet. 24 Prozent der Getöteten waren demnach Schwarze, obwohl sie nur 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen. (Quelle: www.heute.de)
Wir stellen uns entschlossen gegen Donald Trumps Versuche, den christlichen Glauben als Rechtfertigung für Rassismus zu inszenieren. Die Bibel spricht sich klar gegen Rassismus aus, was spätestens durch das Gleichnis des barmherzigen Samariters und der Aufforderung Jesu, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst, klar sein sollte. Es ist Aufgabe eines jeden Christen und allgemein jedes Menschen, sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einzusetzen.
Auch in Deutschland sind People of Colour noch immer von Ausgrenzung, Gewalt, bewusstem und unterschwelligem Rassismus betroffen und werden überdurchschnittlich oft von der Polizei kontrolliert.
Es ist Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns, sich klar gegen Gewalt und Diskriminierung zu positionieren und einzuschreiten, wenn wir diese im Alltag bemerken.
Globaler Klimaaktionstag
Am Freitag, 24.4. ist globaler Klimaaktionstag von Fridays for Future. Auch in Zeiten von Corona darf die Klimaschutzbewegung nicht leiser werden. Darum: Schreibt eure Forderungen auf ein Plakat und hängt es an eurem Haus auf! Postet ein Bild davon auf www.fridaysforfuture.de , um euch an der Aktion zu beteiligen.
Auch Kirchengemeinden sollten zu diesem wichtigen Thema Stellung beziehen. Wir rufen dazu auf, Plakate zum Klimaschutz an Kirchen aufzuhängen!!!!
Evakuiert europäische Geflüchtetenlager!
Gemeinsam mit der Seebrücke rufen wir zur sofortigen Evakuierung europäischer Lager auf. Deutschland ist in der Lage, mehr als 50 geflüchtete Kinder aufzunehmen! Derzeit leben ca. 40.000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen in überfüllten Lagern in Griechenland. Durch die Corona-Pandemie verschlimmert sich die Situation noch, da das Abstand halten kaum möglich ist. Wir sollten zumindest einen Funken von Humanität beweisen und Geflüchtete bei uns aufnehmen.
Für ein menschenwürdiges Leben für alle!
Weitere Infos, auch zu Aktionen auf
https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aktionen/online-demo-europaeische-lager-evakuieren-leave-no-one-behind/
EMAS-Zertifizierung für Kirchengemeinden
EMAS steht für ECO Management and Audit Scheme und ist ein international anerkanntes Umweltsiegel. Für Kirchengemeinden bietet sich die Möglichkeit, vor Ort Verantwortung für die Schöpfung zu zeigen, indem Energie, Wasser und andere Ressourcen eingespart werden und auf fair gehandelte Produkte gesetzt wird. Während des Projekts wird ein Umweltprogramm mit konkreten Maßnahmen erstellt und umgesetzt.
Die Kirchengemeinde Wickendorf hat bereits erfolgreich an dem Projekt teilgenommen.
10 Schritte zum EMAS-Siegel:
1. Planung und Beschluss in der Kirchengemeinde
2. Bildung eines Umweltteams
3. Formulierung von Schöpfungsleitlinien (Absichtserklärung)
4. Bestandsaufnahme
5. objektive Bewertung des derzeitigen Handlungsbedarfes
6. Erstellung eines Umweltprogramms
7. Es entsteht ein Umweltmanagementsystem
8. Zusammenfassung der Ergebnisse in einer Umwelterklärung
9. Überprüfung in einem internen Audit
10. externe Prüfung und Aufnahme ins Netzwerk kirchliches Umweltmanagementsystem.
Mehr Infos gibt's auf https://www.emas.de/
und bei der Gemeinde Wickendorf https://kuratie-wickendorf.de/emas-zertifizierung
Webinare zum Klimaschutz
Unter dem Motto #WirBildenZukunft bietet Fridays for Future täglich Livestreams zum Thema Klimaschutz an. Einfach mal auf dem Youtube-Kanal
https://www.youtube.com/channel/UCZwF7J5rbyJXBZMJrE_8XCA
vorbeischauen :)
Earth Hour 2020!
Am 28. März 2020 von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr ist Earth Hour!
Alle Menschen weltweit sind aufgerufen, für eine Stunde das Licht auszuschalten. Machen auch Sie mit und setzen Sie ein Zeichen für...
Klimagerechtigkeit!
Wir Menschen sind Teil von Gottes Schöpfung. Als eine von fast 10 Millionen Arten leben wir auf einem wundervollen Planeten. Doch gerade wir, die sogenannte „Krone der Schöpfung“, zerstören ihn. Deutschland gehört zu den 10 Ländern, welche die meisten CO2- Emissionen verursachen. Über 95% aller Klimaforscher sind sich einig, dass der Klimawandel und die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um bisher 1°C seit dem vorindustriellen Menschen gemacht sind. Eine Erwärmung um mehr als 1,5°C wäre fatal für den Planeten. Extremwetterereignisse, die viele Menschen das Leben kosten, werden häufiger. Der Meeresspiegel steigt an. In Folge höherer Niederschläge verdoppelt sich die Landfläche, die weltweit von Überschwemmungen betroffen ist, bei einer Erwärmung um 2° C. In anderen Regionen der Erde treten verstärkt Dürren auf, sie treffen besonders ärmere Länder im globalen Süden.
Bei einer Erwärmung um 2°C verlieren mehr als doppelt so viele Arten die Hälfte ihres Verbreitungsgebiets wie bei 1,5°C. Das Korallensterben ist dann nicht mehr aufzuhalten.
Sollte es nicht Aufgabe von uns Christen sein, die Schöpfung zu bewahren? Sollten wir uns im Sinne der Nächstenliebe nicht für eine Welt, die für alle Lebewesen lebenswert ist, einsetzen?
Wir fordern: Klimagerechtigkeit! Was bedeutet das? Wir aus den Industrienationen sollten Verantwortung übernehmen für die Folgen unseres Handelns, welche ärmere Länder im globalen Süden zuerst zu spüren bekommen. Um das zu erreichen, ist sowohl die Politik, als auch jeder Einzelne gefragt . Wir schließen uns den Forderungen von Fridays for Future an die Politik an:
- Kohleausstieg bis 2030
- Nettonull bis 2035
- 100% Erneuerbare bis 2035
Auch in den Kirchen und zu Hause sollten wir durch eine verantwortungsvolle Lebensweise zum Klima- und Umweltschutz beitragen. Auf den nächsten Seiten sind einige Tipps dazu zusammengefasst. Mehr Infos speziell zum Klimaschutz gibt es auf
Ernährung
Verarbeiten Sie bevorzugt regionale, saisonale und Bioprodukte!
Trauen Sie Sich etwas Neues zu! Wie wärs mal mit vegetarischen oder besser noch veganen Gerichten?
Verzichten Sie beim Einkauf möglichst auf Verpackungen!
Kaufen Sie, wenn möglich, Fairtrade-Produkte! Es bietet sich z.B an, auf Kirchenfesten Fairtrade-Kaffee auszuschenken und auch darauf hinzuweisen. Fairtrade-Produkte gibt's unter Anderem im Karibu-Weltladen in Kronach (https://www.karibu-weltladen.de )
Foodsharing! Ein Beispiel: Sie haben Obstbäume und können die Ernte nicht alleine verbrauchen? Fragen Sie Nachbarn, ob sie sich bedienen möchten!
Bauen Sie Nahrungsmittel selbst an! Wie wärs mit Obstbäumen im Kirchengarten für die kollektive Nutzung oder als Kommuniongeschenk?
Energie
Schon die Senkung der Raumtemperatur um 1°C spart viel Energie ein! Überlegen Sie, ob Kirchen auf Zimmertemperatur geheizt werden müssen.
Überdenken Sie die Beleuchtungszeiten der Kirche!
Demonstrieren Sie für eine Energiewende! Unterstützen Sie Fridays for Future!
Wechseln Sie zu Ökostromanbietern! Kohlestrom verursacht nicht nur viel CO2, sondern geht einher mit der Enteignung ganzer Dörfer und der Zerstörung von Ökosystemen
#alledörferbleiben
#hambibleibt
Mobilität
Gehen Sie auf kurzen Strecken zu Fuß oder fahren Sie Rad!
Nutzen Sie (wenn vorhanden) öffentlichen Nahverkehr
Bilden Sie Fahrgemeinschaften, z. B. zum Gottesdienst.
Oft lässt sich im Bereich der Mobilität der CO2- Ausstoß nicht komplett vermeiden. Bei Interesse können Sie Sich über Möglichkeiten der CO2-Kompensation (durch Förderung von Klimaschutzprojekten) informieren.
Kleidung
Kaufen Sie nach Möglichkeit fair produzierte Kleidung!
Unterstützen Sie keine Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung durch Kauf von Kleidung aus Myanmar, Bangladesch usw..
Alte Kleidung könnten Sie mit hübschen Motiven besprühen, mit Nieten verschönern oder umnähen
Bei Second-Hand-Kleidung finden sich einige Schätze!
Tauschen Sie Kleidung mit Ihren Freunden!
Alte Ministrantengewänder können als Dreikönigskleidung upgecycelt werden
Abfall
Liederhefte wandern nach Gottesdiensten oft in den Müll. Stattdessen könnten Liedertexte mit dem Beamer an die Wand projeziert werden.
Ist das nicht möglich, wäre Recyclingpapier sinnvoll.
Für biologisch abbaubare Abfälle können Komposthäufen angelegt werden. Nutzen Sie auf Festen Mehrweggeschirr! Das T-Shirt oder die Jeans wird nicht mehr gebraucht? Daraus kann z. B. eine stylische Tasche entstehen (Upcycling!) Wie wär's mit solch einer Aktion in der Kirche?
Ansonsten: Schon beim Einkauf möglichst unverpackt und plastikfrei ;).